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Schulvermeidung | Psychische Belastung bei Kindern

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Advanced-Pädiatrie-Seminar

Dieses Doppelseminar verbindet zwei aufeinanderfolgende Module: Einerseits Schulvermeidungsverhalten und Schulabsentismus, andererseits psychische Belastungen sowie Verhaltensauffälligkeiten im Kindes‑ und Jugendalter. Ziel ist, Ärztinnen und Ärzten in der Primärversorgung praxisnahe Erkennungs-, Differenzialdiagnose‑ und Interventionsstrategien zu vermitteln — von der Abklärung körperlicher Beschwerden bis zu weiterführenden Versorgungs‑ und Vernetzungswegen. Beide Themen werden getrennt behandelt, bieten aber gemeinsame Fallbeispiele und konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis. Die Module sind getrennt, liefern jedoch komplementäre Perspektiven und konkrete Handlungsempfehlungen für den Praxisalltag.

Hinschauen und Unterstützen: Schulvermeidungsverhalten, Schulabsentismus
Kennen Sie das? Da fordern Eltern Atteste für ihre schulpflichtigen Kinder oder Jugendlichen ein, die wegen Kopf-, Bauch- oder anderen Schmerzen nicht die Schule besuchen konnten. Nicht selten wird das Kind gar nicht vorgestellt – und man ist manchmal froh darüber angesichts der vollen Sprechstunde. Hinter diesen Attestwünschen steckt aber leider nicht selten ein drohendes Scheitern der Schulkarriere durch Schulvermeidungsverhalten. 4-20% der Jugendlichen sind davon betroffen, einige dieser „Karrieren“ starten bereits in der Grundschule. Über das Ausmaß dieser Problematik, Hintergründe und möglichen Umgang damit in unseren Praxen wird im Seminar gesprochen.

Kinder im emotionalen Stress: Von Verhaltensauffälligkeiten bis zu psychischen Erkrankungen
Psychische Störungen und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern sind häufig und beschäftigen nicht nur Kinderpsychiater*innen und Kinderpsychotherapeut*innen, sondern auch Arztpraxen der Primärversorgung, also Hausärzt*innen und niedergelassene Pädiater*innen. Nicht alle psychischen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten führen zu einer psychischen Erkrankung, im Gegenteil: bei jedem zweiten Kind verschwinden die psychischen Auffälligkeiten innerhalb eines Jahres. Die Abgrenzung zu entwicklungsbedingten Verhaltensvarianten oder emotionalen Verunsicherungen durch lebensgeschichtliche Veränderungen (Trennung der Eltern, neues Geschwisterkind, Schulbeginn u.a.)  fällt nicht immer leicht. Dass aber über die Hälfte aller psychischen Erkrankungen der Erwachsenen sich bereits vor dem 19.Lebensjahr manifestiert, muss uns Ansporn sein, diejenigen psychischen Störungen, die Ausdruck einer Erkrankung sind, im Kindesalter rechtzeitig zu erkennen und einer Behandlung zuzuführen.

Lisa Degener, Fachärztin für Allgemeinmedizin, 30 Jahre selbständig in einer hausärztlichen Praxis in Altenberge bei Münster, nun angestellt in derselben Praxis, langjährige Referentin zu Themen der hausärztlichen Versorgung von Kindern und Jugendlichen , Sprecherin des Arbeitskreises hausärztliche Pädiatrie in der DEGAM, Präsidiumsmitglied der DEGAM.

Dieses Advanced-Pädiatrie-Seminar richtet sich an Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin sowie an pädiatrisch erfahrene Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner. Es vertieft diagnostische und therapeutische Fertigkeiten, bereitet gezielt auf pädiatrische Weiterbildungsabschnitte vor und ist besonders geeignet für Teilnehmende, die regelmäßig Kinder in Klinik oder Praxis betreuen. Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung mit dem KW Berlin.

18:00 – 20:15 Uhr (3UE), online

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